handleText Rudern Radebeul

Das Rudern, der Rudersport ist in Deutschland schon im Jahre 1836 erstmals vereinsmäßig betrieben worden: Damals gründeten elf junge sportbegeisterte Männer den "Hamburger Ruder- Club". In den folgenden Jahrzehnten entstanden quer durch unser Land, von Nord nach Süd, von Ost nach West, zahlreiche weitere Rudervereine, um diesem Sport, der in England bereits einige Entwicklungsetappen vollzogen hatte, zu wachsender Popularität zu verhelfen. Somit wird der Rudersport - aus der Perspektive der Organisation betrachtet - vom ältesten heute noch bestehenden Sportverband repräsentiert: dem Deutschen Ruderverband, der 1883 in Köln geschaffen wurde. Auch in Dresden und im Elbtal flussauf und flussab war es schon recht bald zu Vereinsgründungen gekommen - 1872 in Pirna und im selben Jahr auch in Dresden, wo in den folgenden Jahren zahlreiche "Ruder- Vereinigungen" oder "Ruder- Gesellschaften" nachwuchsen. Schließlich kam es 1890 durch Zusammenschluss dreier kleinerer Vereinigungen zur Entstehung des "Dresdner Ruder- Vereins" (DRV). Erst 1902 begann der "Dresdner Ruder- Club" (DRC). Der "Meißner Ruderclub Neptun" war schon 1882 ins wassersportliche Leben getreten; 1889 folgte der "Ruderverein Riesa" und im Jahre 1921 schließlich der (am Ort zweite) "Meißner Ruderverein", um hier nur einige zu nennen. Und wann wird Rudern endlich auch in Radebeul ein fester Begriff? Ende 1919, ein Jahr nach dem Ende des 1. Weltkriegs, ist es dann am 4. Dezember soweit: Die Gründung des neuen "Rudervereins Lößnitz" vollzieht sich! Allerdings, wenn man es geschichtlich genauer betrachtet, nicht etwa in Radebeul, sondern natürlich in Kötzschenbroda, wie eben damals die Gemeinde (Stadtrecht bekam sie wenige Jahre später) hieß... Aus Gründen der besseren übersichtlichkeit möchten wir hier einen nur die wesentlichen zeitlichen Wegmarken betreffenden, gelisteten Blick auf die Geschichte unseres schönen Rudersports in Radebeul werfen. Wenn dadurch der geneigte Leser unserer Rubrik angeregt würde, sich intensiver mit der Geschichte des Ruderns vor Ort zu befassen, so wäre das ein willkommener Effekt. Hierzu besteht zum Beispiel im geselligen Gespräch mit unseren älteren Ruderinnen und Ruderern die beste Möglichkeit. Und so wird uns die Tatsache noch deutlicher bewusst, dass wir eingebunden sind in eine schöne, bewährte und sogar mehrfach hochwassererprobte Sporttradition, die nun schon 85 Jahre zählt. Auf dass wir sie mit Schwung und Erfolg - im heimatlichen Elbrevier oder zu Gast auf anderen Gewässern -fortführen mögen! - Am 04.12.1919 Gründung des "Rudervereins Lößnitz" - Vereinshaus wird zunächst das "Dampfschiff- Restaurant". - Das erste eigene Ruderboot wird am 15.07.1920 in Anwesenheit zahlreicher Rudermannschaften aus anderen Vereinen des Elbreviers getauft. - Im Jahr 1923 bereits kann der Verein die Einweihung des Bootshauses feiern. Drei Jahre später ist er schon auf 70 Sportler angewachsen. - 1924 erhalten sowohl Kötzschenbroda (nach der Eingemeindung zunächst von Lindenau, später von Naundorf, Zitzschewig und Niederlößnitz) als auch Radebeul das Stadtrecht; Kötzschenbroda hat zu jener Zeit 17.000, Radebeul 12.300 Einwohner. - Der Verein gehört ab 1926 zum "Mittelelbe- Regattaverband e.V.", nach dessen Auflösung ab Februar 1930 zum "Sächsischen Elbe- Regattaverband". - Am Jahresbeginn 1935 kommt es zum Zusammenschluss der zwei Städte zur Stadt Radebeul. - In den Jahren des NS- Regimes von 1933 bis Mai 1945 kann der "Ruderverein Lößnitz" weiter bestehen; über sportliche und gesellige Veranstaltungen ist allerdings nichts Schriftliches dokumentiert worden. - Im Oktober 1945 wird der Verein nach Erlass eines Gesetzes des Alliierten Kontrollrates aufgelöst; noch verbliebene Ruderboote werden ins Bootshaus Cotta ausgelagert. - Bis ins Jahr 1947 hinein Nutzung des Radebeuler Bootshauses durch sowjetische Soldaten als Kfz- Werkstatt. - 1946 kehrt unser Sportkamerad Walter Friedrich aus der Gefangenschaft heim und beginnt mit weiteren Ruderbegeisterten den "sportlichen Wiederaufbau". - Mit einer kleinen Feier nehmen Ruderer, Kanuten und Segler, zusammen rund 70 Wassersportler, das Bootshaus 1948 wieder in Besitz. Drei Jahre danach, 1951, besuchen die Ruderer die erste Regatta nach dem Krieg. - Die Abteilung Rudern wird 1958 eigenständig und hat nun auch eine separate Leitung. Das Bootshaus wird in der Folgezeit rekonstruiert und auf dem Gelände entstehen weitere Bootshallen etc. - Ab 1970 gehört die Ruderabteilung zur BSG Planeta Radebeul. - 1972 nimmt das Trainingszentrum unter der Leitung von Heinz Beier mit zwei hauptamtlichen Trainern die Arbeit auf, die schon bald dauerhaft sportliche Erfolge bringt, indem sie zahlreiche junge Sportler ausbildet; auch für weiterführende Einsätze durch den damaligen SC Einheit Dresden. Die Radebeuler Ruderinnen und Ruderer erringen zwischen 1951 und 1990 bei DDR- Meisterschaften 18-mal Gold, 12-mal Silber und 11-mal Bronze. - Die Mitgliederzahl liegt 1975 bei rund 130 und bleibt konstant bis 1989/ 90. - Mit der politischen Wende und der nachfolgenden deutschen Einheit löst sich das Trainingszentrum 1990 auf. Weiterhin jedoch sorgen engagierte Ruderer in den folgenden Jahren bis heute aufgrund guter Anleitung durch ehrenamtliche Trainer für Regattasiege. - 1992 übergibt Walter Friedrich den Staffelstab an Heinz Beier: Seit 1946, fast ein halbes Jahrhundert lang, hat er die Abteilung geleitet und mit Begeisterung und großem persönlichen Einsatz - bis 1970 zusätzlich in der Funktion als Trainer der Wettkampfruderer - den Rudersport zu einem wichtigen sportlichen Faktor entwickelt. - Seit 1958 gibt es die jährlich durchgeführte Regatta in Radebeul. 1994, im Jahr des 75-jährigen sportlichen Jubiläums, richtet die Abteilung Rudern des SSV Planeta e.V. sogar die sächsischen Landesmeisterschaften aus- die vorerst letzte große Regatta in Radebeul. - Am 17.08.2002 erreicht das Jahrhundert- Hochwasser der Elbe seinen Höchststand bei 9,40 m (Pegel Dresden). Bootshaus und Bootshallen werden schwer beschädigt, die Baracke ist zerstört; glücklicher Weise wird das Bootsmaterial von den Ruderinnen und Ruderern in den Tagen davor fast vollständig ausgelagert und gerettet. - Noch im selben Jahr beginnen die Maßnahmen zur Sanierung und Rekonstruktion: Die Arbeiten wurden nach und nach zu einem erfolgreichen Ende gebracht und ein moderner Trainingsraum in der großen Bootshalle stand den Ruderbegeisterten komplett ab Mitte 2005 zur Verfügung. Aber- unsere Elbe darf natürlich nie unterschätzt werden: das Frühjahrshochwasser 2006 fiel nach überreichlich Schnee im Winter 2005/ 2006 so gewaltig aus, dass das Elbwasser im neuen Trainingsraum beträchtlichen Schaden am Kunststoffboden verursachte. Aber auch der konnte recht schnell wieder behoben werden und ein optimiertes Fußbodensystem wurde verlegt. Dieser Raum bietet heute mit seiner zeitgemäßen Ausstattung einen von den verschiedenen Trainingsgruppen gern genutzten Treffpunkt. - Die Abteilung Rudern besteht gegenwärtig aus 104 Mitgliedern. Und es dürfen gerne noch mehr werden, die mit uns die Freude am Rudersport teilen! Verfasser: Stephan Fussel (März 2007) Quellen: 1) Festrede von Heinz Beier zum 75- jährigen Jubiläum (Dezember 1994) 2) Festschrift zur 100. Dresdner Ruderregatta, hrsg. vom Bezirksfachausschuss Rudern (Dresden 1989) 3) Internet- Homepage der Stadt Radebeul

Elbekilometer 68.2


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